Ein Morgenimpuls für dich ☀️
Sexuelle Lust reagiert nicht auf Druck. Sie reagiert auf Erlaubnis. Der Körper trägt die Landkarte bereits in sich. Worauf er wartet, sind Zeit, Sicherheit, Zärtlichkeit. Das sind keine Ideen. Es sind fühlbare Zustände. Du kannst sie im Bauch wahrnehmen, wenn er weich wird, im Atem, wenn er tiefer wird, im Becken, wenn es warm wird statt sich zu verspannen.
Du hast versucht, es geschehen zu lassen. Dich stärker zu konzentrieren, mehr zu tun, deinen Körper dazu zu bringen, so zu reagieren, wie du meinst, dass er reagieren sollte. Und je mehr du es versuchst, desto weiter entfernt fühlt es sich an.
Orgasmen entstehen nicht allein durch Intensität. Sie kommen, wenn Wachsamkeit sich auflöst. Wenn der Körper nicht mehr nach Gefahr, Leistung oder Zustimmung scannt. Der Körper öffnet sich, wenn er sich vom Moment gehalten fühlt statt von ihm etwas abverlangt zu bekommen. Deshalb stört Stress so zuverlässig. Stress verengt die Wahrnehmung. Er zieht Gewebe zusammen. Er hält das System im Überlebensmodus. Lust braucht ein anderes inneres Klima.
Blockierte Lust wird oft wie eine Fehlfunktion behandelt. Etwas, das man korrigieren, überwinden oder optimieren muss. In der gelebten Erfahrung verhält sie sich jedoch eher wie eine Botschaft. Der Körper sagt: „Hier möchte etwas gehört werden.“ Erschöpfung, Taubheit, Schwierigkeiten, zum Orgasmus zu kommen – das sind selten Versagen. Es sind Signale dafür, dass sich das System schützt. Diesen Signalen zuzuhören ist die eigentliche Arbeit. Sie übergehen zu wollen hält dich in derselben Schleife gefangen.
Sicherheit ist der Boden, auf dem Lust wächst. Ohne sie bleibt der Körper wachsam. Muskeln spannen sich an. Der Atem wird flach. Empfindung wird dünn. Das zeigt sich in der Intimität, wenn Menschen Lust erzeugen wollen, während ihr System gepanzert bleibt. Der Kopf will Entladung, während der Körper noch schützt. Diese Spaltung ist erschöpfend.
Wahre Lust hat wenig Interesse an Kraft. Sie richtet sich eher nach Hingabe. Nach dem Zulassen, dass sich Erfahrung in ihrem eigenen Tempo entfaltet. Das liegt nahe bei dem, worauf taoistische Traditionen mit Wu Wei verweisen. Müheloses Handeln. Eine Bewegung, die entsteht, wenn Einmischung aufhört. Wie eine Brise, die man spürt, sobald man aufhört, gegen den Wind zu rennen.
Glück folgt demselben Muster. Es belohnt kein Jagen. Es zeigt sich, wenn der innere Kampf leiser wird. Wenn Kontrolle sich so weit lockert, dass Präsenz im Körper ankommen kann. Viele Menschen jagen Glück als zukünftigen Zustand und übersehen die feine Zufriedenheit, die im Jetzt verfügbar ist. Die Wärme des Atems. Der Kontakt der Haut. Die Erleichterung, in diesem Moment nichts anderes werden zu müssen.
Lust bittet um eine Beziehung zum Körper, die neugierig ist statt fordernd. Sie bittet um Geduld mit den Stellen, die zögern. Um Respekt gegenüber Rhythmen, die sich nicht beschleunigen lassen. Wenn Stress nachlässt, kehrt Empfindung zurück. Wenn Sicherheit wiederhergestellt ist, ordnet sich Begehren von selbst neu.
Der Körper weiß, wie er sich auf Lust zubewegt. Er wusste es schon immer. Zuhören ist die Arbeit. Zulassen ist die Praxis.
Have a nice day 🤍
Joe Turan
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