Dein Gehirn hört jedes Wort, das du sagst, und es glaubt dir.

Veröffentlicht am 23. Jänner 2026 um 21:06

Ein Morgenimpuls für dich ☀️ 

 

Dein Gehirn hört jedes Wort, das du sagst, und es glaubt dir.

 

Wenn du dich beschwerst, lässt du keinen Druck ab. Du bringst deinem Nervensystem bei, wonach es suchen soll. Jedes Mal, wenn du Frustration, Enttäuschung oder Gereiztheit verbalisierst, werden bestimmte neuronale Bahnen aktiviert. Diejenigen, die für Bedrohungserkennung zuständig sind. Diejenigen, die Stress verarbeiten. Diejenigen, die nach Gefahr scannen. Und hier ist das, was den meisten Menschen nicht bewusst ist: Dein Gehirn unterscheidet nicht zwischen Dampfablassen und Realität. Es hört die Beschwerde und beginnt, sich um sie herum zu organisieren.

 

Das ist Neuroplastizität in Aktion. Das Gehirn stärkt das, was es übt. Beschwerst du dich oft genug, werden diese stressdetektierenden Schaltkreise zu deinem Standardbetriebssystem. Was als gelegentliche Frustration beginnt, wird zu einer biologischen Gewohnheit. Die neuronalen Netzwerke, die für Negativität zuständig sind, werden dichter, schneller, automatischer. Du entscheidest dich nicht mehr bewusst für Negativität. Du hast dein Gehirn darauf trainiert.

 

Forscher aus Stanford haben diesen Prozess kartiert. Sie haben beobachtet, wie sich wiederholende negative Denkmuster die Architektur des Gehirns verändern. Was als Reaktion auf echten Stress beginnt, wird zu einer Linse, durch die alles gefiltert wird. Das Gehirn beginnt, nach Problemen zu suchen, weil es darauf konditioniert wurde. Eine kleine Unannehmlichkeit, die jemand anderes kaum bemerken würde, löst bei dir eine vollständige Stressreaktion aus, weil dein System gelernt hat, die Welt als bedrohlich zu interpretieren.

 

Hier bleiben viele Menschen stecken. Sie glauben, Beschweren sei harmlos, eine Möglichkeit, sich zu verbinden oder zu bewältigen. Doch der Körper erlebt es anders. Jede Beschwerde ist ein Signal, dass etwas nicht stimmt, und das Gehirn reagiert entsprechend. Cortisol steigt. Das Nervensystem bleibt aktiviert. Emotionale Instabilität nimmt zu. Ein erhöhtes Grundstressniveau wird zur neuen Normalität. Du bist nicht mehr dieselbe Person wie bevor sich dieses Muster etabliert hat. Du bist zu jemandem geworden, dessen Biologie auf Belastung programmiert ist.

 

Die Wissenschaft ist hier präzise. Die affektive Neurowissenschaft zeigt uns, dass Emotionsregulation nichts mit Willenskraft oder positivem Denken zu tun hat. Es geht darum zu verstehen, dass dein Gehirn ein lernendes System ist. Es passt sich dem an, womit du es fütterst. Beschwerst du dich chronisch, fütterst du es dauerhaft mit Bedrohung. Das Gehirn lernt. Es wird effizient. Es wird zum Experten darin, Gründe für Unzufriedenheit zu finden.

 

Doch hier kommt die andere Seite der Neuroplastizität: Derselbe Mechanismus, der dich auf Negativität verdrahtet, kann dich auch in Richtung Resilienz umverdrahten. Diese Bahnen sind nicht dauerhaft. Sie werden durch Wiederholung verstärkt, was bedeutet, dass sie durch Nichtnutzung auch geschwächt werden können. Wenn du aufhörst, die Beschwerde-Schaltkreise zu aktivieren, beginnen sie zu verblassen. Wenn du anfängst, andere neuronale Netzwerke zu nutzen, werden diese stärker.

 

Es geht nicht um erzwungenen Optimismus oder darum, so zu tun, als gäbe es keine Probleme. Es geht darum zu erkennen, dass die Art, wie du sprichst, die Art formt, wie du wahrnimmst. Und Wahrnehmung wird zu Biologie.

 

Quelle: Stanford University School of Medicine (2023). Neural Plasticity and the Impact of Negative Thought Patterns on Emotional Regulation. Stanford Medicine News.

 

Have a nice day 🤍 

 

Joe Turan

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