Containment: Die stille Kraft, die dein Nervensystem beruhigt.
Ein Morgenimpuls für dich ☀️
Containment als biologische Sicherheit und als zentraler Aspekt des Nervensystems ist eines der tiefsten menschlichen und psychologischen Konzepte überhaupt, weil es sich dabei um einen integrierten psychischen und neurologischen Prozess handelt, der einem Menschen ein Gefühl von Sicherheit, Aufgehobensein und bedingungsloser Annahme vermittelt.
Containment ist nicht einfach nur ein schönes oder tröstliches Wort, sondern vielmehr eine Sprache, die unser Nervensystem versteht, und zwar noch bevor unser Verstand beginnt, etwas einzuordnen, zu analysieren oder zu erklären, denn wenn wir sagen, dass ein Mensch uns hält, auffängt oder uns wirklich enthält, dann meinen wir in Wahrheit, dass sein ruhiges Nervensystem, also ein ventral-vagaler Zustand von Sicherheit, Präsenz und Regulation, unserem aufgewühlten oder belasteten Nervensystem dabei geholfen hat, sich sicherer zu fühlen.
In der Körpertherapie lernen wir deshalb, unser inneres Gefäß zu vergrößern, damit wir schwierige Gefühle, starke innere Zustände und körperliche Aktivierung halten können, ohne daran zu zerbrechen, ohne uns abzuspalten und ohne den Kontakt zur Realität zu verlieren, weil Sicherheit immer im Körper beginnt und weil der Körper das größte Gefäß ist, mit dem wir überhaupt arbeiten.
Auch die neurochemische Seite des Containments ist hier wesentlich, denn das, was Stephen Porges beschrieben hat, hilft zu verstehen, warum wir allein durch die Anwesenheit bestimmter Menschen Erleichterung, Ruhe oder ein Gefühl von Sicherheit erleben können, selbst dann, wenn diese Menschen gar nichts sagen, weil ein Mensch, der sich in einem ventral-vagalen Zustand befindet und dies durch Ruhe, Blickkontakt, weiche Präsenz und eine ruhige Stimme ausstrahlt, über diese Signale dem Nervensystem des anderen Menschen vermittelt, dass gerade keine Gefahr besteht und dass Entspannung möglich ist.
Diese neuronalen Signale wirken dabei wie eine Bremse auf das Alarmsystem des Gehirns, insbesondere auf die Amygdala, wodurch intensive, stürmische oder überwältigende Gefühle allmählich abklingen und wieder in einen regulierbaren Zustand kommen können.
Peter Levine hat das Verständnis von Containment noch einmal vertieft, indem er betont hat, dass Containment nicht nur in der Beziehung zu einem anderen Menschen entsteht, sondern auch in der Beziehung des Menschen zu seinem eigenen Körper, denn körperliches Containment bedeutet, dass ein Mensch in der Lage ist, körperliche Empfindungen wie schnellen Herzschlag, Enge im Atem oder innere Unruhe wahrzunehmen, ohne dabei sofort in überwältigende Emotionen, Angst oder Kontrollverlust hineinzurutschen.
Genau darin liegt auch ein wichtiger Grund, warum viele Menschen Angst vor einem schnellen Herzschlag, vor Druck auf der Brust oder vor dem Gefühl haben, keine Luft zu bekommen, weil oft nicht die Empfindung selbst das eigentliche Problem ist, sondern die fehlende körperliche Kapazität, diese Empfindung zu halten, zu begleiten und innerlich zu regulieren, also das, was man als mangelnde Containment-Kapazität bezeichnen kann.
Containment ist das, was es uns ermöglicht, mit Ruhe und Sicherheit in den eigenen Körper hineinzuspüren, und wenn wir beginnen, unsere körperlichen Empfindungen wirklich zu halten, dann verändert sich oft auch unsere Beziehung zum Körper, weil wir langsam verstehen, dass der Körper nicht unser Feind ist, sondern eine Botschaft trägt, die auf ein sicheres inneres Gefäß wartet, damit sie überhaupt verstanden werden kann.
Deshalb ist es so wichtig, diese Fähigkeit auch praktisch zu fördern, zum Beispiel durch bewusstes Atmen, durch Übungen zur Körperwahrnehmung, durch Praktiken zur Aktivierung des vorderen Vagusnervs, durch Erdung über das bewusste Spüren der Füße auf dem Boden und auch durch einfache tägliche Momente von stiller Betrachtung, wie etwa fünf Minuten lang die Natur oder den Himmel wahrzunehmen, weil genau solche scheinbar kleinen Schritte dem Nervensystem helfen können, mehr Sicherheit, mehr Weite und mehr innere Haltefähigkeit zu entwickeln.
Joe Turan
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