Wenn du eine Diagnose bekommen hast, dann gibt es eine wichtige Frage, die du dir stellen darfst.

Veröffentlicht am 1. Mai 2026 um 07:20

Wenn du eine Diagnose bekommen hast, dann gibt es eine wichtige Frage, die du dir stellen darfst. 

Ein Morgenimpuls für dich ☀️ 

Wenn du eine Diagnose bekommen hast, dann gibt es eine wichtige Frage, die du dir stellen darfst. Im Jahr 1851 erfand ein amerikanischer Arzt eine angebliche psychische Krankheit. Ihr Name war damals Drapetomanie, und ihr angebliches Symptom war, dass versklavte Menschen ihren Sklavenhaltern entfliehen wollten. Die klare Absicht dahinter war, den Freiheitsdrang versklavter Menschen als Krankheit umzudeuten, um die Sklaverei damals zu legitimieren. Eine Diagnose kann auf zwei sehr unterschiedliche Arten verwendet werden. Die erste kommt aus einer ehrlichen Heilungsabsicht, auch wenn das bedeutet, dass wir uns unbequemen Wahrheiten stellen und uns vielleicht auch selbst verändern müssen. Die zweite schützt unsere Bequemlichkeit. Sie legt das Problem ausschließlich auf das Individuum, damit wir die Strukturen nicht hinterfragen müssen, in denen das Leiden überhaupt erst entstanden ist. Die Diagnose der Hysterie zum Beispiel hat eine Geschichte, die Tausende von Jahren zurückreicht, und blieb bis 1980 in psychiatrischen Klassifikationen bestehen. Lange Zeit machte sie das Leiden, die Sexualität, den Protest, die Emotionalität und die Wut von Frauen oft zu einem Beweis weiblicher Pathologie, damit niemand ernsthaft fragen musste, was patriarchale Strukturen mit Frauen machten. In der Sowjetunion wurden Menschen, die das System kritisierten, mit schleichender Schizophrenie diagnostiziert. Auf diese Weise wurden Tausende von Systemkritikern in psychiatrische Einrichtungen eingesperrt, damit niemand die Frage stellen musste, ob vielleicht das System selbst krank war. Und heute dürfen wir uns ehrlich fragen, mit welcher Absicht ein Kind mit ADHS diagnostiziert wird. Geht es um die echte Heilung und Unterstützung des Kindes, oder wird das Kind dazu gemacht, das Unbehagen des Schulsystems, des Familiensystems und der Erwachsenen um sich herum zu tragen? ADHS kann eine reale und ernstzunehmende neurologische Entwicklungsstörung sein, und eine gute Diagnose kann einem Kind helfen, die richtige Unterstützung zu bekommen. Aber eine Diagnose kann auch zu schnell verwendet werden, wenn niemand die Umgebung um das Kind herum verändern möchte. Manche indigenen und relationalen Heiltraditionen stellen eine andere Frage. Ihre Frage ist weniger, was mit dieser Person nicht stimmt, sondern eher, welches Ungleichgewicht in der Familie, in der Gemeinschaft, im Körper oder in der umgebenden Welt sich gerade durch diese Person ausdrückt. Aus dieser Perspektive können Symptome Informationen tragen. In unserer westlichen Kultur werden sie jedoch zu oft zu Urteilen, um ausbeuterische, unnatürliche Systeme irgendwie zu stabilisieren. Wir dürfen uns daran erinnern, dass derjenige, der diagnostiziert, Macht hat. Und wenn wir uns fragen, mit welcher Absicht die Diagnose gestellt wurde, nehmen wir uns einen Teil dieser Macht zurück.

 

Text Credit : von einem Video von Felix Halfmann IG :lebendiges.wissen. Ich habe die Gedanken sprachlich leicht angepasst und ergänzt. 

 

Joe Turan

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