Sensate focus Übungen

Veröffentlicht am 6. März 2024 um 08:36

Die Sensate Focus Übungen wurden im Jahr 1970 von Masters und Johnson entwickelt mit der Absicht, Paare dabei zu unterstützen, neue sinnlich-sexuelle Erfahrungen zu erleben. Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen besagen, dass es mithilfe der Sensate Focus Übungen zu einer Abnahme der Angst und zu einer Zunahme der Häufigkeit von sexueller Intimität und Zufriedenheit kommen kann. Sensate Focus oder auch Sensualitätstraining bedeutet, mit allen Sinnen den eigenen Körper und den Körper des Partners oder der Partnerin wahrzunehmen und zu genießen – ohne, dass Geschlechtsverkehr dabei im Vordergrund steht. Die gemeinsamen Übungen sollen frei von Forderungen oder Leistungsdruck durchgeführt werden. Denn genau dieser sexuelle Druck trägt häufig dazu bei, dass sexuelle Funktionsstörungen aufrechterhalten werden. Durch Sensate Focus kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden, indem Sex zunächst gezielt ausgeklammert wird und andere positive sexuelle Erfahrungen Raum bekommen.

Sich öffnen und Zärtlichkeit neu lernen. Bei Sensate Focus Übungen kannst du gemeinsam mit deinem Partner oder deiner Partnerin in kleinen Schritten Zärtlichkeiten austauschen und bewusst Nähe erfahren.

Ziel der Übungen ist es, herauszufinden, was für euch angenehm ist. Das gelingt am besten, wenn ihr euch abwechselnd streichelt, denn so kannst du dich bewusst auf deine Empfindungen bei den Berührungen konzentrieren, die bei gleichzeitigem Streicheln vielleicht verloren gehen.

 

Übung 1: Streichelübung bekleidet

Bleibt während der Übung bekleidet. Streichelt abwechselnd den Körper des Partners oder der Partnerin aktiv, während der oder die andere sich passiv streicheln lässt. Tauscht dann die Rollen. Die Zeit des Streichelns soll gerecht verteilt werden und aktives Streicheln jeweils nicht mehr als 10 bis 15 Minuten dauern, um eventuelle Ermüdung zu vermeiden. Berührt in dieser Übung noch nicht Genitalien, Brüste und Po. 

 

Übung 2: Streichelübung in Unterwäsche

Geht vor wie in der ersten Übung, der einzige Unterschied: Tragt dieses Mal beim Streicheln nur Unterwäsche. Wie zuvor werden in dieser Übung Genitalien, Brüste und Po bei den Berührungen noch ausgespart. Ziel ist sowohl bei dieser, als auch bei der vorhergehenden Übung nicht die sexuelle Erregung. Tritt Erregung auf, sollte kurz pausiert werden, um mit Erregung zu spielen und den Gedanken an Sex – der bei sexuellen Funktionsstörungen oftmals problematisch ist – nicht in den Vordergrund rücken zu lassen. Es geht um Sinnlichkeit und Genuss.

 

Übung 3: Streichelübung unbekleidet

Streichelt euch zunächst wieder aktiv und geht vor wie in den ersten beiden Übungen. Dieses Mal seid ihr allerdings nackt. Ihr könnt euch gegenseitig ausziehen oder euch selbst ausziehen, was euch angenehmer ist. Dieses Mal dürft ihr einvernehmlich auch eure Genitalien und die Brüste in die Zärtlichkeiten einbeziehen. Ziel ist hier ebenfalls nicht die sexuelle Erregung. Falls sie doch auftreten sollte, pausiert kurz.

 

Übung 4: Experimentieren mit Lust und Erregung

Behaltet zunächst die vorherigen Übungen bei: Streichelt euch bekleidet, zieht euch dann gegenseitig oder selbst aus, streichelt euch in Unterwäsche und schließlich nackt. Im Anschluss dürft ihr euch gegenseitig sexuell stimulieren. Hierfür könnt ihr unterstützend Gleitgel verwenden. Nutzt dabei auch die Erkenntnisse, die ihr durch die vorhergehenden Sensate Focus Übungen gesammelt habt, was euch gefällt und erregt. Versucht so gegenseitig, eine Welle der Erregung bei euch zu erzeugen: Tritt Erregung auf, lasst durch beruhigendes Streicheln die Erregung wieder abklingen, um sie anschließend wieder erneut aufkommen zu lassen. Spielt mit diesem Wechsel mehrere Male. Die Erregung kann danach entweder durch eigene oder gegenseitige Befriedigung zum Abschluss gebracht werden.

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