Ein Morgenimpuls für dich ☀️
Je mehr ich heile, desto weniger ehrgeizig bin ich. Das höre ich oft.
Und fast jedes Mal, wenn ich das höre, erkenne ich den Unterton dahinter. Die leise Frage, ob das bedeutet, dass etwas falsch läuft. Ob Heilung vielleicht doch zu einem Verlust von Richtung führt.
Ich kenne das aus einer Phase meines eigenen Lebens, in der ich plötzlich nicht mehr wusste, wohin mit mir. Die Energie, die mich jahrelang angetrieben hatte, begann nachzulassen. Das erste Gefühl war nicht Erleichterung. Es war Panik.
Weil Ehrgeiz in dieser Gesellschaft nicht einfach ein Merkmal ist. Er ist ein Beweis. Ich leiste, also bin ich. Ich produziere, also bin ich wertvoll. Wenn dieser Motor nachlässt, fühlt sich das nicht nach Heilung an. Es fühlt sich nach Verlust an.
Und das stimmt auch. Es ist ein Verlust.
Was nachlässt, ist die Version von dir, die früh gelernt hat, dass Anerkennung verdient werden muss. Dass Verbindung möglicherweise bleibt, wenn du genug erschaffst, genug leistest, genug bist. Dieses Muster ist nicht schwach. Es war oft das Einzige, das funktioniert hat. Das Nervensystem kennt den Unterschied zwischen Muster und Überzeugung nicht. Es hat nur gespeichert, was Sicherheit gebracht hat. Und das, was Sicherheit gebracht hat, wird verteidigt. Auch wenn es dich inzwischen auszehrt.
Wenn du anfängst, diese Anteile in dir zu heilen, verlierst du vorübergehend auch den Antrieb, der damit zusammenhing. Die Stille, die entsteht, ist kein Zeichen, dass etwas falsch läuft. Sie ist der Raum, den der alte Motor hinterlässt, bevor ein anderer beginnt, sich zu formen. Das braucht Zeit. Und es braucht die Bereitschaft, in dieser Leere zu bleiben, ohne sofort wieder etwas aufzubauen. Die meisten Menschen, die ich begleite, beschreiben diese Phase als das Unangenehmste des ganzen Prozesses.
Viele halten genau hier an. Sie deuten die Stille als Scheitern. Also greifen sie wieder nach dem, was sie kennen: Leistung, Produktion, Sichtbarkeit. Weil Stillstand in einer Welt, die Geschwindigkeit mit Gesundheit verwechselt, wie Rückschritt wirkt.
Wenn du weitergehst, kehrt etwas zurück. Etwas, das dieses patriarchale System kaum einordnen kann. Es produziert kein Ergebnis, das sich vergleichen lässt. Es will keine Bühne. Es braucht keine Bestätigung von außen, um sich zu rechtfertigen.
Es ist ein Ehrgeiz, der aus Fülle kommt. Aus Sinn. Aus dem Wunsch, etwas in die Welt zu bringen, das wirklich gebraucht wird, und das du bringen würdest, auch wenn niemand davon erfährt. Das hat einen anderen Ursprung.
Die Frage verändert sich dann. Sie lautet: Was würde ich in die Welt bringen, wenn ich meinen Wert nicht mehr beweisen müsste?
Das ist eine andere Frage. Sie entsteht an einem anderen Ort. Ich finde, sie lohnt sich.
Have a nice day 🤍
Joe Turan
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Danke 💚
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