Darmmikrobiome & Muskelkraft

Veröffentlicht am 11. April 2026 um 21:44

Ein Morgenimpuls für dich ☀️ 

 

In einer Studie mit jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren und älteren Erwachsenen ab 60 Jahren analysierten Wissenschaftler die Darmmikrobiome und maßen die Muskelleistung durch Tests wie Handgriffkraft, Beinpresse und Bankdrücken.

 

Sie entdeckten, dass höhere Mengen von Roseburia inulinivorans durchgehend mit größerer Muskelkraft in all diesen Messungen zusammenhingen. Besonders auffällig war, dass ältere Teilnehmende, bei denen dieses Bakterium nachweisbar war, eine etwa 29 Prozent stärkere Handgriffkraft zeigten als jene ohne dieses Bakterium, selbst ohne Unterschiede in der aeroben Kapazität.

 

Diese Art scheint bei älteren Erwachsenen weniger häufig vorzukommen als bei jüngeren, was möglicherweise zum natürlichen altersbedingten Rückgang der Muskelfunktion beiträgt, der als Sarkopenie bekannt ist.

 

Experimente an Mäusen bestätigten die Ergebnisse: Die Einführung von Roseburia inulinivorans führte zu einer verbesserten Griffkraft und veränderte die Zusammensetzung der Muskelfasern in Richtung schnell zuckender Fasern, die explosive Kraft und kurze Aktivitätsschübe unterstützen.

 

Das Bakterium beeinflusst den Muskelstoffwechsel, möglicherweise über Metaboliten oder Signalwege entlang der sich gerade herauskristallisierenden Darm Muskel Achse.

 

Wovon ernährt sich dieses gute Bakterium?

 

Der wichtigste Brennstoff ist Inulin. Roseburia inulinivorans besitzt spezielle Enzyme, um Inulin abzubauen, eine lösliche fermentierbare Faser, die in Chicorée, Zwiebeln, Knoblauch und Spargel vorkommt. Das sind seine bevorzugten Substrate. Wenn du willst, dass dieses Bakterium gedeiht, sind diese Lebensmittel der direkteste Hebel.

 

Weitere inulinreiche Lebensmittel: Topinambur, Lauch, Löwenzahnwurzel, Banane leicht unreif, Roggen.

 

Auch resistente Stärke ist wichtig.

 

Ein separater, durch Stärke induzierter Gencluster in R. inulinivorans deutet auf parallele Systeme zur Verarbeitung sowohl von Frukto Oligosacchariden als auch von Malto Oligosacchariden hin.

 

Quellen: gekochte und abgekühlte Kartoffeln oder Reis, grüne Bananen, Hafer, Hülsenfrüchte.

 

Vielfalt in der Ernährung verstärkt den Effekt.

 

Studien zeigen durchgehend, dass eine abwechslungsreiche Ernährung mit vielen unterschiedlichen Ballaststoffen die Vielfalt des Mikrobioms erhöht und damit die Vermehrung von Bakterien wie Roseburia inulinivorans unterstützt.

 

Kein einzelnes Lebensmittel reicht aus. Vielfalt ist wichtiger als jede einzelne Ergänzung.

 

Eine mediterrane Ernährungsweise kommt diesem Muster am nächsten. Die mediterrane Ernährung wird besonders mit höheren Mengen von Roseburia Arten im Darm in Verbindung gebracht. Kohlenhydrate aus der mediterranen und anderen pflanzenbasierten Ernährungsformen fördern besonders das Wachstum butyratbildender Bakterien wie Roseburia.

 

Auch Krafttraining hilft.

 

Aus dem früheren Faktencheck: Studien zeigen, dass Widerstandstraining die Häufigkeit von Roseburia um etwa 2 Prozent erhöht. Nicht dramatisch, aber konsistent mit der Vorstellung, dass die Beziehung in beide Richtungen wirkt.

 

Was tötet es oder unterdrückt es?

 

Antibiotika. Der direkteste Schlag.

 

Sowohl eine Influenza Infektion als auch die Einnahme von Antibiotika führen zu messbaren Rückgängen der Roseburia Werte.

 

Das ist kein Grund, notwendige Antibiotika zu vermeiden. Es ist ein Grund, danach bewusst an die Wiederherstellung des Darms zu denken.

 

Hohe Zufuhr von tierischem Eiweiß bei gleichzeitig wenig Ballaststoffen.

 

Eine hohe Aufnahme tierischen Eiweißes senkt nachweislich die Roseburia Werte im Darmmikrobiom. Das Problem ist nicht das Eiweiß an sich. Das Problem ist Eiweiß ohne die Ballaststoffe, die diese Bakterien ernähren. Fleisch ohne Pflanzen verschiebt das Darmmilieu weg von fermentationsabhängigen Arten hin zu Eiweiß zersetzenden Arten.

 

Fettreiche Ernährung.

 

Eine fettreiche Ernährung verringerte die Menge an Roseburia Arten. Wenn Arabinoxylan Faser zur Ernährung hinzugefügt wurde, erholten sich die Bakterienzahlen wieder.

 

Glutenfreie Ernährung, selbst kurzfristig.

 

Die Einhaltung einer glutenfreien Ernährung, selbst über kurze Zeit, senkt nachweislich die Roseburia Werte. Das ist relevant für alle, die Gluten ohne medizinischen Grund weglassen. Der Rückgang hängt wahrscheinlich mit dem Verlust von Vollkornballaststoffen zusammen, nicht mit dem Gluten selbst.

 

Was du aktuell noch nicht tun kannst?

 

Zum jetzigen Zeitpunkt sind probiotische Präparate mit Roseburia Arten nicht verfügbar. Forschungen deuten darauf hin, dass probiotische Arten wie Lactobacillus und Bifidobacterium das Wachstum von Roseburia im Darm fördern könnten.

 

Das Forschungsteam hat bereits ein Patent für den Einsatz von R. inulinivorans zur Erhaltung und Verbesserung von Muskelmasse und Muskelkraft gesichert, daher könnte eine gezielte Supplementierung in Zukunft verfügbar werden, aber noch nicht jetzt.

 

Also was kannst du tun?

 

Fördere es: inulinreiches Gemüse, resistente Stärke, Ernährungsvielfalt, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Olivenöl, fetter Fisch. Bewege deinen Körper.

 

Schwäche es: Antibiotika ohne anschließende Wiederaufbau Strategie, ultraverarbeitete Lebensmittel, viel tierisches Eiweiß ohne Ballaststoffe, glutenfreie Ernährung ohne Ersatz der verlorenen Ballaststoffquellen, chronisch ballaststoffarme Ernährung.

 

Die Logik dahinter ist einfach. Dieses Bakterium ist ein Fermentierer. Es lebt von dem, was deiner Verdauung entkommt und deinen Dickdarm erreicht. Wenn du Nahrung isst, die bereits vollständig im Dünndarm verdaut wird, bleibt nichts mehr für dieses Bakterium übrig. Genau das tun moderne Ernährungsweisen: ultraverarbeitet, rückstandsarm, reich an tierischen Produkten. Die Bakterien, die auf Fermentation angewiesen sind, verschwinden als Erste.

 

Source : https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41806991/

 

Joe Turan

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