Praktizierst du dann wirklich Empathie, oder belohnst du lediglich Ähnlichkeit?
Ein Morgenimpuls für dich ☀️
Wenn deine Empathie nur Menschen gilt, die so denken wie du, praktizierst du dann wirklich Empathie, oder belohnst du lediglich Ähnlichkeit?
Wenn du nur Menschen gegenüber freundlich, verständnisvoll und mitfühlend bist, die dir zustimmen, dann praktizierst du vielleicht gar nicht wirklich Empathie, sondern fühlst dich einfach mit Menschen wohl, die dir ähnlich sind.
Wenn Empathie an ideologischen oder persönlichen Grenzen endet, hört sie auf, echte Empathie zu sein, und funktioniert stattdessen wie eine Belohnung von Ähnlichkeit. Psychologen bezeichnen die Tendenz, nur für Menschen innerhalb des eigenen Kreises Mitgefühl zu empfinden, als „parochiale Empathie“. The Spotlight Effect.
Wenn du nur die Gefühle von Menschen bestätigst, die dir zustimmen, bestätigst du eher eine gemeinsame Identität als unsere gemeinsame Menschlichkeit. Echte Empathie zeigt sich gerade dann, wenn jemand anders denkt, etwas glaubt, das dir nicht gefällt, oder die Welt auf eine Weise sieht, der du deutlich widersprichst, und du trotzdem versuchst zu verstehen, was dieser Mensch fühlt, wovor er Angst hat, was er braucht oder was er erlebt hat.
Empathie zeigt sich im Umgang mit Unterschiedlichkeit, nicht mit Ähnlichkeit. Empathie versucht zu verstehen, ohne deshalb zustimmen zu müssen. Das bedeutet nicht, die Ansichten eines anderen zu teilen oder schädliches Verhalten zu akzeptieren.
Es bedeutet, sagen zu können:
„Ich bin anderer Meinung als du, aber ich möchte trotzdem verstehen, wie du zu dieser Sichtweise gekommen bist.“
Empathie bedeutet, sich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen, um seine Gefühle und seine Perspektive zu verstehen, ohne seine konkreten Ansichten deshalb gutheißen, rechtfertigen oder teilen zu müssen.
Wie kannst du deine Empathie erweitern?
Halte kurz inne und höre zu: Versuch, jemanden nicht sofort zu beurteilen, nur weil er dir widerspricht.
Frag nach dem Warum: Stell neugierige Fragen, um zu verstehen, wie der andere zu seinen Gefühlen und seiner Sichtweise gekommen ist.
Trenne die Person von ihrer Position: Geh zuerst auf das Gefühl ein, das du wahrnimmst, bevor du beginnst, über die dahinterliegende Meinung oder Idee zu diskutieren.
Joe Turan
🌐 www.joeturan.com
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