Ein Morgenimpuls für dich ☀️
Du funktionierst noch. Aber du lebst nicht mehr.
Der Funktionsmodus ist ein Zustand chronischer Hochspannung, in dem das System auf Überleben statt auf Leben programmiert ist. Bei Frauen maskiert dieser Modus oft eine tiefe physiologische Erschöpfung durch einen Panzer aus Hyperaktivität und Perfektionismus.
Du kannst Hunger, Sättigung oder Müdigkeit nicht mehr wahrnehmen, bis der Körper kollabiert. Du isst mechanisch oder vergisst zu essen. Du arbeitest durch Erschöpfung hindurch, weil das Signal "Ich brauche Ruhe" nicht mehr ankommt. Dein Körper schreit, aber du hörst nur statisches Rauschen.
Freude und Lust sind gedimmt. Reizbarkeit und Angst bleiben als einzige emotionale Spitzen. Musik berührt dich nicht mehr. Sex fühlt sich wie eine Aufgabe an. Lachen kommt selten, und wenn, dann hohl. Du existierst in einem emotionalen Graubereich, wo nichts wirklich gut und nichts wirklich schlecht ist, nur endlos anstrengend.
Dein Nervensystem verharrt in sympathischer Dominanz. Kampf oder Flucht, immer. Flache Atmung. Muskelspannung im Kiefer, in den Schultern, im Becken. Schlafstörungen, weil dein System nachts nicht herunterfahren kann. Dein Körper hat vergessen, wie Sicherheit sich anfühlt.
Der Fokus liegt ausschließlich auf Logistik und Problemlösung. Die Kapazität für Spiel, Kreativität oder echte Intimität verschwindet. Du denkst in Listen. In Deadlines. In Pflichten. Du kannst dich nicht mehr erinnern, wann du das letzte Mal etwas getan hast, weil es sich gut anfühlte, ohne einen Zweck zu erfüllen.
Dieser Modus ist oft das Resultat jahrelanger Selbstaufgabe. Du hast deine eigene Wahrheit unterdrückt, um soziale oder familiäre Strukturen aufrechtzuerhalten. Du hast gelernt, dass deine Bedürfnisse weniger wichtig sind als die der anderen. Dass deine Erschöpfung weniger zählt als deine Produktivität. Dass dein Schmerz leise bleiben muss, damit niemand belastet wird.
Der Körper ist kein Instrument, das man kalibrieren muss, um besser zu funktionieren. Er ist die einzige Instanz, die nicht lügt, während der Verstand ständig versucht, Sicherheit durch Konzepte zu simulieren.
Viele Frauen haben oft Jahrzehnte damit verbracht, ihre physiologischen Signale zu unterdrücken, um Erwartungen im Beruf oder in Beziehungen zu entsprechen. Wenn du lernst, auf deinen Körper zu hören, geht es nicht um Wellness. Es geht um die Rückgewinnung deiner biologischen Autorität.
Der Körper hält das für eine Weile aus. Dann beginnt er zu rebellieren. Zuerst mit subtilen Signalen: Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Zyklusunregelmäßigkeiten. Dann lauter: chronische Schmerzen, Autoimmunreaktionen, vollständiger Zusammenbruch. Der Funktionsmodus hat ein Verfallsdatum. Und wenn du ihn ignorierst, setzt der Körper die Grenze, die du nicht gesetzt hast.
Die Dekompressionsphase, der Weg aus diesem Modus heraus, ist selten angenehm. Sie bringt oft den unterdrückten Schmerz und die Trauer der letzten Jahrzehnte an die Oberflälung. Du beginnst zu fühlen, was du jahrelang weggeschoben hast. Die Wut darüber, wie viel du gegeben hast. Die Trauer darüber, wie wenig du für dich selbst übrig gelassen hast. Die Angst, dass ohne den Panzer nichts von dir übrig bleibt.
Das ist der Moment, in dem viele zurückgehen. Zurück in die vertraute Hochspannung, weil sie sich sicherer anfühlt als die Konfrontation mit dem, was darunter liegt. Aber Heilung passiert nur, wenn du dort bleibst. Wenn du den Schmerz zulässt, die Langsamkeit, die Stille, die Unsicherheit. Wenn du lernst, dass Ruhe keine Schwäche ist und Bedürfnisse keine Last.
Das Ziel ist nicht, sich besser zu fühlen. Das Ziel ist, die Realität so zu spüren, wie sie ist, ohne sie sofort schönreden zu wollen. Ein reguliertes Nervensystem ist kein entspanntes Nervensystem; es ist ein System, das fähig ist, die Wahrheit auszuhalten.
Have a nice day 🤍
Joe Turan
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