LIEBE IST NICHTS FÜR FEIGLINGE LIEBE IST EIN AKT DES MUTES

Veröffentlicht am 21. Februar 2026 um 17:13

LIEBE IST NICHTS FÜR FEIGLINGE LIEBE IST EIN AKT DES MUTES

 

Es gibt Menschen, die jahrelang in Beziehungen leben und trotzdem nie wirklich ankommen. Sie teilen ein Bett, einen Alltag, manchmal sogar Kinder, und trotzdem bleibt da diese Distanz, dieser unsichtbare Millimeter zwischen zwei Körpern, der sich anfühlt wie eine Welt. Nicht weil die Liebe fehlt. Sondern weil der Mut fehlt, sich vollständig zu zeigen.

 

Mut, nicht im heroischen Sinn. Nicht die Art, die Bewunderung verdient. Sondern der stille, zitternde Mut, der nötig ist, wenn du jemandem ins Gesicht schaust und weißt, dass du verletzt werden könntest, und du bleibst trotzdem. Du öffnest trotzdem den Mund. Du sagst trotzdem die Wahrheit.

 

Das ist Liebe, die wirklich kostet. Wir sind gut darin geworden, Varianten anzubieten. Den berechenbaren Teil von uns, die kontrollierte Menge Intimität, das Lächeln, das okay wirkt. Wir zeigen, was ankam, was Zuneigung gewann, was uns nicht in Schwierigkeiten gebracht hat. Und nach einer Weile verwechseln wir diese Oberfläche mit uns selbst. Wir glauben, das sei der echte Kontakt, weil er sich sicher anfühlt, weil niemand wegläuft, weil niemand schaut.

 

Aber Liebe schaut. Immer. Liebe sieht das, was du unter der Rolle trägst. Den Rückzug, den du "Unabhängigkeit" nennst. Die Kontrolle, die du "Stärke" nennst. Die emotionale Distanz, die du als Reife verpackst. Liebe ist nicht höflich genug, um so zu tun, als sähe sie das nicht.

 

Und genau da beginnt das eigentliche Problem. Nicht Unvereinbarkeit. Nicht schlechtes Timing. Nicht falsche Wahl. Das Problem ist, dass echte Begegnung Enthüllung verlangt, und Enthüllung ist das Gefährlichste, was ein Mensch riskieren kann, der früh gelernt hat, dass Verletzlichkeit bestraft wird.

 

Du hast das nicht erfunden. Irgendwo, irgendwann, hat jemand oder etwas dir gezeigt, dass es nicht sicher ist, gesehen zu werden. Dass Schwäche ausgenutzt wird. Dass Bedürfnisse lästig sind. Dass du zu viel bist, oder nicht genug, oder beides gleichzeitig, auf eine Art, die sich widersprechen sollte, aber trotzdem gleichzeitig wahr fühlt.

 

Das Nervensystem vergisst das nicht. Es speichert es als Gesetz. Und dann versuchst du, in einer Liebesbeziehung präsent zu sein, mit einem Nervensystem, das Intimität mit Gefahr gleichsetzt. Das ist nicht Drama. Das ist Biologie. Das ist das Ergebnis echter Erfahrung, die real war, auch wenn sie längst vorbei ist.

 

Mutig lieben bedeutet nicht, diese Schicht zu überspringen. Es bedeutet, sie zu kennen, zu fühlen, was sie kostet, und sich trotzdem zu entscheiden, den anderen Menschen zu sehen, wirklich zu sehen, mit seinen Brüchen, seinem Rückzug, seiner Angst, seiner Unvollkommenheit, und nicht zu fliehen.

 

Das ist schwerer als es klingt. Weil wir fliehen wollen, wenn es schwierig wird. Weil das frühere Muster laut wird, genau dann, wenn echte Nähe möglich wäre. Weil der Fluchtimpuls sich oft als Vernunft verkleidet, als Selbstschutz, als gesunde Grenze.

 

Manchmal ist er das. Und manchmal ist er das alte Kind, das Angst hat, erneut nicht genug zu sein.

 

Den Unterschied zu kennen, das ist Arbeit. Keine romantische Arbeit. Keine, die sich nach Wachstum anfühlt, während sie passiert. Meistens fühlt sie sich nach dem Gegenteil an, nach Scham, nach Regression, nach dem Wunsch, wieder klein zu werden und niemanden zu brauchen.

 

Liebe ist kein Vertrag. Kein System, das funktioniert, wenn beide Seiten ihre Aufgaben erledigen. Wahre Liebe verhandelt nicht. Sie gibt, weil sie nicht anders kann, nicht um eine Leistung zu erbringen, sondern weil da etwas ist, das größer ist als die Angst.

 

Das klingt abstrakt. Es ist es nicht. Es ist der Moment, wo du sagst, was wirklich in dir vorgeht, auch wenn deine Stimme dabei zittert. Es ist das Zeigen der Narben, nicht als Beichte, sondern als ehrliches Angebot: Das bin ich. Die Sucht, das Misstrauen, das Scheitern, die Scham, die alten Dramen. Nicht als Entschuldigung. Nicht als Warnung. Als Wahrheit.

 

Und manche können das nicht halten. Manche fliehen, weil es zu viel hochholt, weil Liebe alles aufwühlt, was lange vergraben war. Das sagt nichts über deinen Wert. Es sagt etwas über ihre Kapazität in diesem Moment.

 

Wenn du aber jemanden findest, der bleibt, der fühlt, der nicht wegläuft, wenn du dich zeigst, dann kann etwas passieren, das schwer zu benennen ist, ohne es zu verklären. Heilung ist das falsche Wort, zu sauber. Aber es ist eine Art Erinnern. Wer du bist, unter den Schichten.

 

Gib dich nicht mit lauwarmer Liebe zufrieden. Mit Beziehungen, die dich klein halten, damit du nicht verletzt wirst. Mit Sicherheit, die sich eigentlich nach Einsamkeit anfühlt, aber wenigstens kontrollierbar ist.

 

Das ist kein Leben. Das ist Überleben in Paarbeziehungsform. Such die Liebe, die dich wachsen lässt, auch wenn sie wehtut. Sag, was du brauchst, auch wenn du fürchtest, es nicht zu bekommen. Zeig, was du verbirgst, auch wenn niemand zugeschaut hat, seit du ein Kind warst.

 

Liebe ist kein Besitz. Keine Garantie. Sie ist eine Begegnung, ein Raum, in dem zwei Menschen gleichzeitig sichtbar werden, ohne zu wissen, was das bedeutet.

 

Und vielleicht ist das das Einzige, wofür es sich lohnt, wirklich mutig zu sein.

 

Joe Turan

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