Ein Morgenimpuls für dich ☀️
Warum du nicht aufhören kannst, jemandem hinterherzulaufen, der dich schlecht behandelt (Intermittierende Verstärkung erklärt)
Wenn du schon einmal an jemanden gebunden warst, der zwischen Nähe und Distanz schwankt, der dir gerade genug gibt, um dich hoffen zu lassen, der dich verrückt fühlen lässt, weil du dir Beständigkeit wünschst, dann ist dieser Text für dich.
Was du erlebst, hat einen Namen. Es heißt intermittierende Verstärkung. Und es ist einer der stärksten psychologischen Mechanismen, die es gibt.
Was ist das?
Intermittierende Verstärkung bedeutet, dass Belohnungen unvorhersehbar kommen. Manchmal bekommst du die Reaktion, die du dir wünschst. Manchmal nicht. Es gibt kein erkennbares Muster.
Das wurde erstmals vom Psychologen B. F. Skinner untersucht. Er stellte fest, dass Ratten, die Futterpellets in unregelmäßigen Abständen erhielten (statt jedes Mal, wenn sie einen Hebel drückten), den Hebel obsessiver drückten als Ratten, die konsistente Belohnungen bekamen.
Die Unvorhersehbarkeit erzeugte Zwang.
Wie sich das in Beziehungen zeigt:
Jemand überschüttet dich mit Aufmerksamkeit und Zuneigung. Dann wird er oder sie tagelang kalt. Dann kommt die Person zurück, als wäre nichts passiert. Dann wieder Distanz. Und plötzlich sagt sie wieder genau die richtigen Dinge.
Du weißt nie, welche Version du bekommst.
Das bewirkt etwas Konkretes in deinem Gehirn. Jedes Mal, wenn du die „gute“ Version bekommst, wird dein Dopaminsystem intensiver aktiviert, als wenn die Person durchgehend gut zu dir wäre. Die Erleichterung, endlich das zu bekommen, was du dir gewünscht hast, nach der Angst, es nicht zu bekommen, erzeugt einen neurochemischen Höhenflug.
Du bist nicht an die Person gebunden. Du bist an den Zyklus gebunden.
Warum es so schwer ist zu gehen:
Konstante schlechte Behandlung ist tatsächlich leichter zu verlassen. Wenn jemand dich immer schlecht behandelt, akzeptiert dein Gehirn irgendwann, dass das einfach seine Art ist.
Aber intermittierende Verstärkung hält die Hoffnung am Leben. Du hast erlebt, wie wunderbar diese Person sein kann. Du weißt, wozu sie fähig ist. Also wartest du darauf, dass diese Version dauerhaft zurückkommt.
Das passiert nie. Denn die Inkonsistenz ist kein Fehler in der Beziehung. Sie ist der Mechanismus, der dich bindet.
Anzeichen, dass du in diesem Muster steckst:
Du fühlst dich in der Beziehung öfter ängstlich als glücklich, aber du kannst nicht gehen.
Du analysierst ständig das Verhalten der Person und versuchst herauszufinden, was du falsch gemacht hast.
Die Hochphasen fühlen sich unglaublich intensiv an, aber sie werden seltener.
Du fühlst dich süchtig nach dem „Versöhnen“ nach Konflikten.
Du hast deinen Freunden unzählige Male gesagt: „Sie oder er ist nicht immer so.“
Du bleibst wegen dessen, was die Person sein könnte, nicht wegen dessen, wie sie konstant ist.
Das Muster durchbrechen:
Die Psychologie dahinter zu verstehen hilft, aber es reicht nicht. Der Sog ist neurochemisch, nicht logisch.
Was tatsächlich wirkt:
Konsequenter Kontaktabbruch. Dein Gehirn braucht Zeit, um von diesem Zyklus zu entgiften. Jede Interaktion setzt den Prozess zurück.
Die Tiefphasen aufschreiben. In den Hochphasen vergisst du, wie schlimm die Tiefs waren. Schriftliche Notizen halten dich ehrlich.
Die Dopaminquelle ersetzen. Sport, neue Projekte, soziale Kontakte. Du brauchst andere Belohnungsquellen, während dein System sich neu reguliert.
Therapie, wenn du Zugang dazu hast. Meist gibt es einen Grund, warum bestimmte Menschen besonders anfällig für dieses Muster sind.
Unterm Strich:
Wenn die Inkonsistenz einer Person dich stärker bindet, ist das keine Liebe. Es ist eine Trauma-Bindung, die durch variable Belohnung entsteht.
Gesunde Beziehungen fühlen sich stabil an, nicht süchtig machend.
Hat das noch jemand erlebt? Was hat dir geholfen, den Kreislauf zu durchbrechen?
Have a nice day 🤍
Joe Turan
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Danke 💚
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