Um wirklich heilen oder unsere Gefühle verarbeiten zu können, brauchen wir eine innere, elterliche Präsenz.

Veröffentlicht am 22. Oktober 2026 um 06:37

Um wirklich heilen oder unsere Gefühle verarbeiten zu können, brauchen wir eine innere, elterliche Präsenz.

Ein Morgenimpuls für dich ☀️ 

Stell dir vor, dein Kind oder ein Kind, das dir am Herzen liegt, hat seinen Teddybären verloren. Es weint und ist völlig aufgelöst. Würde es ihm helfen, wenn du ebenfalls anfangen würdest zu weinen und völlig in Panik geraten würdest? Nein. Was ihm helfen würde, ist, wenn du selbst ruhig und gefasst bleibst und gleichzeitig einfühlsam auf seine Gefühle eingehst. Du könntest zum Beispiel sagen: „Ach, mein Schatz, du bist ja ganz aufgelöst. Du hast deinen Lieblingsteddy verloren und bist deswegen so traurig. Das kann ich gut verstehen.“

 

Vielleicht schluchzt das Kind und sagt: „Ich habe überall gesucht.“ Und du antwortest: „Ach, du hast überall gesucht, wirklich an jedem Ort, der dir eingefallen ist, und konntest ihn trotzdem nicht finden? Ach Mensch.“ Dann hältst du es weiter im Arm, während es immer wieder schluchzt. Du versuchst nicht, es möglichst schnell dazu zu bringen, sich wieder besser zu fühlen. Du lässt es seine Gefühle erleben, bist dabei präsent und begleitest es, ohne selbst von diesen Gefühlen mitgerissen zu werden.

 

Nach ein paar Minuten bemerkst du, dass sein Schluchzen langsam nachlässt, und vielleicht sprichst du das auch an. Dadurch kann noch einmal eine neue Welle von Tränen entstehen. Du wiegst das Kind sanft in deinen Armen und lässt es auch diese zweite Welle von Traurigkeit durchleben. Wieder vergehen ein paar Minuten, und vielleicht atmet es irgendwann tief durch und wischt sich die Augen. Du bemerkst, dass es diese intensive Welle der Traurigkeit nun hinter sich hat. Und jetzt könntest du sagen: „Hm, vielleicht sollten wir mal im Auto nachsehen. Wollen wir das zusammen machen?“

 

Was du in diesem Moment tust, ist, das Kind in seinem Erleben wahrzunehmen und liebevoll zu halten, während es von einer Gefühlswelle erfasst wird. Du begleitest es, ohne seine Gefühle für es lösen oder verändern zu wollen. Und wenn diese Welle vorüber ist, hilfst du ihm dabei, über den nächsten sinnvollen Schritt nachzudenken. Du vermittelst ihm das Gefühl: „Ich bin bei dir. Wir gehen da gemeinsam durch.“

 

Und genau so kannst du auch für deine eigenen Gefühle eine innere, elterliche Präsenz entwickeln.

 

Wenn du dich enttäuscht, zurückgewiesen, einsam oder wütend fühlst, dann erlaube diesem jüngeren Anteil in dir, seine Gefühle zu spüren, ohne dass du selbst völlig in diesen Gefühlen aufgehst. Du kannst für diesen Anteil da sein, während er erlebt, was gerade in ihm vorgeht. Und wenn die Gefühlswelle vorüber ist und die Gefühle ihren Ausdruck gefunden haben, hilfst du dir selbst dabei, den nächsten sinnvollen Schritt zu erkennen.

 

Genau das bedeutet es, für dich selbst die Rolle eines inneren, fürsorglichen Elternteils einzunehmen.

 

Wenn du spürst, dass das gerade dein Thema ist, melde dich. Wir schauen in einem unverbindlichen Erstgespräch in Ruhe, worum es bei dir wirklich geht und ob meine Arbeit dazu passt. Ohne Druck. Schreib mir hier oder per WhatsApp.

 

Joe Turan 

🌎 www.joeturan.com

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